Willy Brandt: Kniefall am Denkmal für die Opfer des Warschauer Ghettoaufstandes
In unserem Informationsbeitrag zum Thema Rituelle Gesten sind wir unter anderem auf die Geste des Kniens während eines Rituals eingegangen. Wir berichteten, welche Bedeutung dies schon im Mittelalter hatte.
Wir erklärten, das Knien als eine Art der Unterordnung, als Unterwerfung oder als Geste der Demut.
Auch im 20. Jahrhundert wird dieser Geste noch immer eine hohe symbolische Bedeutung beigemessen, was sich am Beispiel Willy Brandts zeigt:
Am 7. Dezember 1970 kniet der Kanzler der Bundesrepublik Deutschland vor dem Mahnmal für die Opfer des Wahrschauer Ghettoaufstandes von 1943 nieder.
Diesen rituellen Akt nutzt er, um seine Demut zu demonstrieren, sowie die geschichtliche Verantwortung seines Landes zu verdeutlichen.
Durch diese Geste war es ihm ermöglicht, eine Politik der Verständigung zu eröffnen.
Dieser Augenblick gilt als einer der vielen bewegenden Momente, die mit Deutschlands Geschichte im und vor dem Zweiten Weltkrieg, sowie der Befreiung vom Nationalsozialismus zusammen hängen.