Vorbereitung, Wahl und Prozession

Mit einem Ritual wollte man früher und möchte man auch heute noch Eindruck machen. Die ganze Zeremonie sollte so umgesetzt werden, dass sie dem Betrachter noch lange im Gedächtnis bleiben würde.
Aus diesem Grund benötigt man für so ein Spektakel (auch heute noch) eine lange Vorbereitungszeit und eine ausführliche Planung:

Rituale müssen von gewissen Personen nach genauen Regieanweisungen befolgt werden, um ihre volle Wirkung zu erzielen.

Damit nichts dem Zufall überlassen wurde, konnte man bereits in der Vormoderne Veröffentlichungen zu diesem Thema finden. Es wurde hierbei genau notiert, wie eine solche Zeremonie ablaufen solle.

Zu Beginn eines solchen Rituals musste eine geeignete Person für die Rolle des Amtsinhabers gefunden werden. Ein Kandidat wurde dann bestimmt, wenn alle am Ritual beteiligten Personen mit seiner Wahl einverstanden waren.

Zu diesem Zeitpunkt waren diese Informationen jedoch noch nicht verbindlich.
Dies wurden sie erst, indem man sich und den Kandidaten der Öffentlichkeit stellte – der Kandidat wurde öffentlich proklamiert.

Darauf folgte eine Prozession, die zu einem neuen Ort oder einer neuen Ritualstation führte.
Diese Prozessionen verbanden einerseits die Orte miteinander, waren andererseits zudem Bedeutungs stiftende Stationen: Man grenzte die Teilnehmer deutlich von den Zuschauern ab und demonstrierte zugleich die ständische Ordnung.

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