Schwurblock zur Ableistung des Bürgereids

Für den Eid des Rates gab es kleine Eidkapellen, welche silbern oder vergoldet waren. Meist waren sie einer gebauten Kapelle nach geformt. Häufig wurden sie auch in Texten zur Ratswahl genannt.

Im unteren Teil des Schwurblocks aus Lüneburg ist die Kreuzigung auf der Längsseite dargestellt. Ihr gegenüber findet man das Weltgericht. An den Schmalseiten kann man den heiligen Georg und Johannes den Täufer erkennen. Im oberen Teil, der durch eine Platte abgehoben ist, sind zwei kniende Engel zu sehen. Sie knien auf beiden Seiten eines Zylinders zwischen zwei Stäben.

Man kann die Herstellung des Schwurblocks auf etwa 1597 datieren. Dies ist möglich durch die Wappen der beiden Richteherren auf der Unterseite, welche den Lüneburger Rat im Vogtei – und Niedergericht vertraten.

Seine Gestalt erklärt sich im Blick auf sein Vorbild: Beim Bau des Schwurblocks orientierte man sich nämlich am so genannten Bürgereidkristall von 1443 aus dem Lüneburger Ratssilber. Dieser Bürgereidkristall bewahrte im oberen Teil Reliquien in einem Kristallzylinder auf.

Auch, wenn die Reliquien zur Zeit der Reformation bereits entfernt waren hielt dich das Ritual, mit dem man zum Bürger der Stadt wurde, bis in die Zeit nach der Reformation. Für dieses Ritual war es nötig, den Eid unter Berührung des Schwurblocks abzulegen.

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