Ritualitäten zwischen Vergangenheit und Zukunft

Auch in der heutigen Zeit sind Rituale noch allgegenwärtig und sprechen uns nach wie vor auf eine ganz besondere Weise an:

Egal, ob man sich die Vereidigung eines Präsidenten oder die Wahl des Papstes, sowie die feierliche Unterzeichnung eines Staatsvertrages anschaut – all diese Rituale ähneln denen der vergangenen Jahrhunderte, was ihre Form, Darstellung und Symbolik angeht. Es scheint, als hätten sie nichts von ihrer Verbindlichkeit und Wichtigkeit einbüßen müssen.

In der Ausstellung Spektakel der Macht wurden den Besuchern die Rituale aus der heutigen Zeit in Film und Fernsehen präsentiert.

Auch heute noch wird den öffentlichen Ritualen und der Teilhabe durch Film und Fernsehen eine hohe Bedeutung beigemessen. Es wird ein großer Aufwand betrieben, die Rituale in Bildern festzuhalten, welcher auch begründet ist, denn die Zuschauer interessieren sich noch immer sehr dafür.

Anders als das Interesse der Bevölkerung haben sich nun jedoch die Möglichkeiten geändert, diese Szenen festzuhalten.

Während es im Mittelalter nur möglich war, die Szene im Nachhinein in einem Bild darzustellen, können die heutigen Zuschauer alles bequem am Fernseher live übertragen sehen, es fühlt sich fast so an, als wären sie vor Ort dabei. Auch das Internet ermöglicht es nun, von überall auf der Welt einem solchen Ereignis beizuwohnen.

Dadurch stellt sich wiederum die Frage, in wie weit man ein solches Ritual durch diesen Medienaufwand stört.

Es sind gerade die Reaktionen auf solche Störungen, die uns verdeutlichen, welchen hohen Stellenwert die Normen und Werte bei der Durchführung solcher Rituale auch heute noch einnehmen.