Mahl und Feiern

Es ist schon lange Tradition, festliche Zusammenkünfte mit einem gemeinsamen Mahl oder einem Umtrunk abzuschließen. Ähnlich war es auch in der Zeit von 800 – 1800.

Das gemeinsame Essen und Trinken bildete einen festen Bestandteil der abgehaltenen Rituale; vor allem bei Einsetzungsritualen gehörte es zum guten Ton.

Mit einem Festmahl schlossen in der Regel Kaiserkrönungen, Königskrönungen, Bischofsweihen, Ratswahlen oder Doktorpromotionen ab.

Gerade in der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Gesellschaft war eine solche festliche Mahlzeit ein Komplex, der über die bloße Nahrungsaufnahme hinaus ging: Es war ein soziales und kommunikatives Geschehen, eine symbolische Form um Gemeinschaft herzustellen.

Obwohl die aufgetischten Speisen vorzüglich waren, dienten diese Festmahlzeiten nicht zum Vergnügen, sondern sie waren strengen Regeln unterworfen. Dies hielt bis Ende des 18. Jahrhunderts an.

Diese Festbankette gleichen einem Schauspiel, an dem ausgewählte Gäste, Würdenträger und manchmal auch Untertanen teilnehmen oder bei dem sie vielmehr zuschauen durften.

Auch in anderen ständischen Gruppen waren diese Festmahlzeiten bedeutend. So trafen sich beispielsweise Handwerker regelmäßig, um durch diese Festessen ihre Zusammengehörigkeit zu stärken und sich gleichzeitig von anderen Gruppen abzuheben.

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