Grundvokabular

Es existierte eine eigene Sprache der Rituale. Damit ist gemeint, dass Rituale über gewisse Gesten, Symbole, Kleidungsstücke und Gebärden verfügten, die einen Sinn transportierten, ähnlich, wie es Worte in der Sprache tun.

Dieses Grundvokabular galt es, zu erlernen, denn ohne diese Kenntnis konnte man viele Dinge, die während eines Rituals geschahen, nicht verstehen, denn meist geschah Wichtiges nonverbal.

Man schrieb den jeweiligen Handlungen und Gegenständen abhängig von den Konventionen des Volkes oder einer kleineren Gruppe eine Bedeutung zu. Für diejenigen, die die Konventionen der Gruppe oder des Volkes nicht kannten, blieben diese Bedeutungen unverständlich.

 

Die symbolisch – rituellen Handlungen erbrachten eine große Verdichtungsleistung:

Nur durch eine einzige Geste oder Handlung war es beispielsweise möglich, komplexe Sachverhalte oder Rechte und Pflichten einer Person auszudrücken.

Diese Sprache der Rituale kam mit einem sehr eingeschränkten Grundvokabular aus. Damit ist gemeint, dass in den Ritualen häufiger die gleichen Handlungen vor kamen, welche zum anderen Zeitpunkt aber eine andere Bedeutung hatten.

 

In der Ausstellung wurde diesem Grundvokabular eine eigene Abteilung gewidmet und es wurden vier Handlungen besonders heraus gearbeitet: Das Knien, das Schwören, das Küssen und das Thronen.

 

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