Faldistorium des Erzbischofs von Trier

Ein Faldistorium ist ein Faltstuhl. Dieses Möbel ist ein herausgehobenes Sitzmöbel und ermöglicht den Vorsitz einer Versammlung auch bei wechselnden Plätzen.

Es diente als mobiler Thronsitz für Herrscher außerhalb ihres Thronsaales, aber auch als liturgischer Sitz für Bischöfe und geistliche Würdenträger, z.B., wenn sie Zeremonien abhalten sollte, welche nicht an einen bestimmten Ort gebunden waren.

Das Limburger Faldistorium folgt der für Faltstühle üblichen Form: Die oberen Enden laufen in Löwenranken und vergoldeten geschnitzten Löwenköpfen aus.

Das Limburgische Faldistorium stammt stilistisch aus dem 14. Jahrhundert. Es existiert eine zeitnahe Handschrift (das auf 1380 datierte Evangelistar des Trierer Erzbischofs Kuno von Falkenstein), die den Erzbischof auf einem Thron aus Adlern und Löwen zeigt.

Neben den liturgischen Funktionen diente dieser Faltstuhl wohl auch den Trierer Kurfürsten beim Vorsitz zur Frankfurter Wahlmesse zur Kaiserkrönung. Dies ist auch eine Tatsache, die bildlich durch die Wahl – und Krönungsstiche überliefert wurde.