Electio und Resignatio

Eines der regelmäßig wiederkehrenden Schlüsselrituale der vormodernen Universitäten war die Wahl und Einsetzung des Rektors.

Meist im halbjährlichen Turnus wurden die Wahl und Amtsübernahme (Electio) des neuen, sowie die Amtsrückgabe (Resignatio) des alten Amtsinhabers inszeniert.

Ein Beispiel für eine solche Zeremonie ist durch die beiden Miniaturen der Ingolstädter Matrikel dargestellt: Sie zeigen den feierlichen Rektoratswechsel in der Aula der Hohen Schule von Ingolstadt, welcher am Lukastag stattfand, am 18. Oktober 1589.

Auf diesem Bild erhält der neue Rektor Philipp Wilhelm von Bayern vom scheidenden Rektor Johannes von Hasenburg eine Pelzstola verliehen – als Zeichen der Rektorwürde. Zu bemerken ist, dass Philipp Wilhelm von Bayern zu diesem Zeitpunkt erst 13 Jahre alt war.

Links des Katheders haben die immatrikulierten bayerischen Herzöge Maximilan (später Kurfürst von Bayern) und Ferdinand (später Kurfürst von Köln) Platz genommen.

Weitere studierende Adelige sind im rechten Vordergrund dargestellt, die sich durch ihre farbenfrohen Gewänder deutlich von den in schwarze Talare gehüllten Professoren abheben.

Die rechte Darstellung zeigt die Rückgabe der Rektorwürde durch Philipp Ende des Wintersemesters 1589/90.

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