Dornenkrönung Christi
Die Krönung Jesu Christi stellt eine bewusste Verkehrung des Krönungsrituals dar:
Die kunstvoll aus Edelmetall gefertigte Herrscherkrone wird durch die stachlige Dornenkrone ersetzt, es findet eine Parodie statt.
Auf dem in der Ausstellung besprochenen Elfenbeinrelief ist zu sehen, wie zwei Schergen dem auf dem Boden zusammengesunkenen „König der Juden“, wie sie ihn spottend nannten, die wuchtige Dornenkrone mit zwei Stangen auf das Haupt drücken, um sich selbst dabei nicht zu verletzten. Zuvor zogen sie ihm einen purpurnen Mantel an und schlugen ihm ins Gesicht (Joh, 19, 1- 3)
Ein weiteres parodistisches Element ist das Schilfrohr, dass Jesus in seiner linken Hand hält. Es soll ihm als Zepter dienen.
Das Ziel dieser Dornenkrönung war es, Jesu Christi öffentlich zu verspotten und seinen vermeintlichen Herrschaftsanspruch zu demontieren.
Die christliche Kunst deutet diese Spottkrönung darüber hinaus jedoch als Hingabe und Demut Jesu Christi.
Auch andere Krönungsrituale wurden aus ähnlichen Gründen parodiert.