Die Krönung Heinrichs II.
Im Jahre 1977 konnte das im 19. Jahrhundert getrennte Tafelbild, welches Szenen aus dem Leben des Kaiser Heinrichs II. darstellte, in Münster wieder zusammengeführt und somit auch entschlüsselt werden.
Die Szene, in der Heinrich vom Papst zum Kaiser gekrönt wurde, ist deswegen so populär, da sie auf die zentrale Aussage des Gemäldes zielt: Man deutet den Kreuzzug gegen die Feinde der Christenheit als Erfüllung des sakralen Kaisertums.
Konkret sollte das Bildprogramm den Kampf Maximilians I. gegen die Türken begründen. Maximilian I. wurde 1493 zum Kaiser gekrönt.
Daher nimmt man an, dass das Gemälde nach seiner Krönung bzw. nach seinem Eintritt in die Georgsbruderschaft und der Verleihung eines päpstlichen Schwertes als Unterpfand für den Sieg im Jahre 1494 entstand.
Zu erkennen ist, dass die Darstellung dieser Kaiserkrönung weder den historischen Gegebenheiten des 11. bzw. des 15. Jahrhunderts, noch den liturgischen Anweisungen, welche aus damaliger Zeit überliefert sind, entspricht.
Es handelt sich hierbei vielmehr um eine bewusste Reduktion auf die wesentlichen Aspekte:
Der angehende Kaiser empfängt, demütig vor dem Thron des Papstes kniend, mit einem Segenskuss seine Krone.