Der Eid Lafayettes auf dem Föderationsfest

Das Fest zum Jahrestag des Sturms auf die Bastille, welches am 14. Juli 1790 stattfand, war als Verbrüderungsfest und Zeremonie der Einmütigkeit geplant worden, auf dem sich die Revolutionäre als „Nation“ ihrer Errungenschaften versichern wollten.

Dieses Fest bildete den Auftakt einer vielförmigen, revolutionären Festkultur, deren Ziel es war, den Zeitgenossen die politischen Ideen von 1789 auch symbolisch darzulegen.

Genau wie bei der Schleifung der Bastille entwickelte sich zum Föderationsfest eine eigene Ikonographie, zu der auch das folgende bekannte Gemälde gehört:

Es zeigt Gilbert du Motier, Marquis de Lafayette, am Altar des Vaterlandes, welcher als erstes den Eid auf „die Nation, das Gesetz und den König“ ablegt, nachdem man auf dem Marsfeld eine Messe zelebriert hatte.

Ebenso wie der König folgten ihm auch die Abgeordneten der Nationalversammlung nach.

1790 stand das Föderationsfest noch in einem religiösen Kontext, was auch an dem Kreuz auf dem Vaterlandsaltar zu erkennen war. Bereits 1792 brachen die Republikaner mit der christlichen Tradition. Nun beschwor man das „Vaterland“, welches in der Eidesformel an die Stelle Gottes trat.