Bischhofsweihe

Das Ritual der Bischofsweihe bestimmte das geistliche Oberhaupt eines Bistums und übergab diesem vor allem kirchliche und weltliche Pflichten.

Im Mittelalter entbrannten zahlreiche Streits von Seiten der kirchlichen und der weltlichen Macht um dieses Ritual, so genannte Investiturstreits: Kirche und Königtum debattierten um die Besetzung des Bischofsamtes und um die Kirchenhoheit. Zentrum dieser Auseinandersetzungen war der Anspruch des Königs auf die rituelle Überreichung der Bischofsinsignien (Stab und Ring), welcher von der Kirche abgelehnt wurde.

Das universalchristliche Ritual, welches im Laufe des Mittelalters auch schriftlich verbreitet wurde, bestand aus folgenden symbolischen Akten:

  • Nach der Wahl des zukünftigen Bischofs folgte die Weihe, welche als göttliche Gnadenbegabung und endgültige Einsetzung verstanden wurde.
  • Den eigentlichen Akt der Weihe bildete das Auflegen der Hand, ein beliebtes Zeichen herrscherlicher Macht und richterlicher Gewalt.
  • Danach wurden die Evangelien auf den Nacken des zukünftigen Bischofs gelegt, um ihn so auf die Verkündung der Schrift zu verpflichten.
  • Im Anschluss folgte die Inthronisation auf der Kathedra, dem Bischofsstuhl. Die Kathedra ist Zeichen geistlicher Würde, sowie Lehr – und Richterstuhl. Im frühen Mittelalter war eine Salbung des Bischofs üblich. Das Öl galt als Träger des Geistes Gottes und der Bischof wurde dadurch zu dessen besonderen Träger.
  • Anschließend erfolgte die Übergabe der Insignien: Seit dem 7. Jahrhundert gilt der Hirtenstab als Insignie des Bischofs. Der Bischof sollte seine ihm anvertraute Herde gut leiten und ihr Anführer sein. Zudem erhielt er einen Ring, welcher als Vermählungsring galt, der die Hochzeit mit seiner Gemeinde darstellen sollte. Auch wurde das Aufsetzen der Mitra, sowie weiterer Kleidungsstücke rituell gestaltet.
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