Akademische Einsetzungen

Die Universitätsangehörigen nahmen in der ständischen Gesellschaft eine besondere Stellung ein, welche sich durch gewisse Vorteile äußerte.
Neben eigenen Kleidungsvorschriften und eigener Gerichtsbarkeit waren es vor allem die Rituale, die diese Universitätsangehörigen von der übrigen Gesellschaft unterschieden.

Eine große Bedeutung wurde (neben der Rektorwahl) dem Einsetzungsritual beigemessen, welches aus frisch Eingeschriebenen Studierende machte.

Aus Sicht der Studenten sicherte dieses Ritual das Zugehörigkeitsgefühl und den Zusammenhalt in der neuen Statusgruppe. Ein wichtiges Element dieses Rituals, der so genannten Deposition, war das Abschlagen zuvor aufgesetzter künstlicher Hörner.

Ähnlich wie zur Einführung der Studierenden existierte auch ein Ritual, das bei ihrem erfolgreichen Abschluss abgehalten wurde: Ein wichtiger Moment bei der Promotion war neben dem Doktoreid, den man zu leisten hatte, die feierliche Investitur mit dem Zeichen der Doktorwürde, die Übergabe des Hutes und des Rings, das Zeigen eines geschlossenen und eines offenen Buches, die Besteigung des Katheders und am Ende ein Kuss.


Die Promotion bedeutete die höchste akademische Auszeichnung. Besonders deutlich wird dies, wenn man bedenkt, dass sie (zumindest aus dem Blickwinkel der Gelehrten) fast einen adeligen Rang verlieh.